Poker-Hände: die vollständige Rangfolge mit Wahrscheinlichkeiten
Die Rangfolge der Poker-Hände von der stärksten bis zur schwächsten, mit exakten Wahrscheinlichkeiten, Regeln zum Entscheiden von Gleichständen, praktischen Beispielen und Antworten auf die häufigsten Fragen.
Die zehn Poker-Hände, von der stärksten bis zur schwächsten
Was jemanden beim Einstieg ins Poker meistens blockiert, sind weder die Einsätze noch die Blinds, sondern eine ganz grundlegende Frage: Wenn es ans Aufdecken geht, welche Hand schlägt welche? Standard-Poker kennt genau zehn mögliche Hände, und es reicht, die Reihenfolge im Kopf zu haben, um spielen zu können, ohne auf andere angewiesen zu sein. In diesem Artikel gehen wir sie eine nach der anderen durch, mit konkreten Beispielen, den exakten Wahrscheinlichkeiten und – was kaum ein Ratgeber sauber erklärt – den Regeln für den Fall, dass zwei Spieler dieselbe Hand halten.
Hinter der Rangfolge steckt eine sehr einfache Regel, die alles Weitere erklärt: Je seltener eine Hand ist, desto mehr ist sie wert. Die Reihenfolge ist weder willkürlich noch beliebig; sie bildet exakt die Wahrscheinlichkeit jeder Hand bei einer reinen Fünf-Karten-Verteilung ab. Ein Royal Flush kommt etwa einmal in 650.000 Händen vor, und genau deshalb schlägt er den Straight Flush, der einmal in 72.000 Händen auftaucht. Ein Full House kommt einmal in 700 Händen und schlägt deshalb den Flush, der einmal in 500 kommt. Wenn du irgendwann zweifelst, wende die Regel an: Was selten ist, ist mehr wert. Die exakten Wahrscheinlichkeiten findest du in einer Tabelle am Ende.
Wie eine Poker-Hand entsteht
Bevor wir zur Rangfolge kommen, ein einfacher, aber wichtiger Gedanke: Eine Poker-Hand besteht immer aus fünf Karten. Nicht aus vier, nicht aus sieben. Bei Varianten wie Texas Hold'em oder Omaha kombinierst du deine verdeckten Karten mit den Gemeinschaftskarten in der Mitte, um die bestmögliche Fünf-Karten-Hand zu bilden. Beim Stud wählst du die besten fünf aus den sieben, die du bekommen hast. Bei einem reinen Draw-Poker bildest du die Hand direkt aus den fünf Karten, die du hältst. Das Ergebnis wird aber, egal in welcher Variante, immer über fünf Karten bewertet. Wenn dich interessiert, wie das Austeilen in den einzelnen Varianten funktioniert, erklären wir es ausführlich in den Poker-Varianten.
Die vier Farben – Herz, Karo, Kreuz und Pik – sind im Standard-Poker gleichwertig. Es gibt keine Hierarchie. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, vermutlich aus Spielen wie Bridge übernommen, dass Pik über den anderen Farben stünde: beim Poker nicht. Zwei Flushes gleicher Höhe teilen den Pot, auch wenn einer in Pik und der andere in Kreuz ist. Der einzige Moment, in dem die Farben zählen, ist beim Bilden einer Hand, die dieselbe Farbe verlangt (Flush, Straight Flush, Royal Flush). Wenn dich die Geschichte und die Gestaltung dieser vier Farben interessiert, erzählen wir sie in den Farben des Pokerblatts.
Die Rangfolge von oben nach unten
Bevor wir jede Hand einzeln aufschlüsseln, hier die vollständige Liste, damit du sie vor Augen hast. Sie liest sich von der stärksten zur schwächsten:
- Royal Flush (royal flush)
- Straight Flush (straight flush)
- Vierling (four of a kind)
- Full House (full house)
- Flush (flush)
- Straße (straight)
- Drilling (three of a kind)
- Zwei Paare (two pair)
- Ein Paar (one pair)
- High Card (high card)
1. Royal Flush
Die fünf höchstmöglichen Karten derselben Farbe: 10, B, D, K, A. In einem Blatt mit 52 Karten gibt es nur vier mögliche Royal Flushes – einen pro Farbe – und die Wahrscheinlichkeit, ihn direkt in einer Fünf-Karten-Hand ausgeteilt zu bekommen, liegt bei etwa 1 zu 650.000. Bei Texas Hold'em, wo deine endgültige Hand aus sieben verfügbaren Karten entsteht (zwei eigene plus fünf in der Mitte), steigt die Wahrscheinlichkeit etwas, bleibt aber fast anekdotisch: Die meisten Freizeitspieler sehen ihr Leben lang keinen.
Wie entschieden wird: gar nicht. Alle Royal Flushes sind gleich viel wert. Wenn zwei Spieler in derselben Hand einen Royal Flush haben – was bei Texas Hold'em nur passieren kann, wenn die fünf Karten 10-B-D-K-A derselben Farbe komplett in der Mitte liegen –, teilen sie den Pot. Die Farben brechen den Gleichstand nicht.
Beispiel: 10♠ B♠ D♠ K♠ A♠. Ja, es gibt einen Royal Flush pro Farbe, aber sie heißen alle gleich und gewinnen alle gleich viel.
2. Straight Flush
Fünf aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, ohne bis 10-B-D-K-A zu reichen. Zum Beispiel 5♥ 6♥ 7♥ 8♥ 9♥. Es ist die zweitstärkste Hand im Poker und erscheint bei einer reinen Fünf-Karten-Verteilung etwa einmal in 72.000 Händen. Bei Texas Hold'em, mit sieben verfügbaren Karten, nähert sich die Wahrscheinlichkeit 1 zu 3.500 – immer noch sehr selten.
Wie entschieden wird: Es gewinnt der Straight Flush, der auf der höchsten Karte endet. Ein 5-6-7-8-9 verliert gegen ein 8-9-10-B-D. Wenn zufällig beide Straight Flushes auf derselben Karte enden – nur möglich, wenn die fünf Gemeinschaftskarten sie bilden –, wird der Pot geteilt.
Der Fall des Rades: Die Straße A-2-3-4-5, Rad oder wheel genannt, zählt als Straße mit niedrigem Ass. Ist sie zusätzlich in derselben Farbe, ist es ein niedriger Straight Flush, kein Royal Flush. Und sie verliert gegen jeden anderen Straight Flush, weil ihre höchste Karte die 5 ist. Eine kleine, aber wichtige Ausnahme: Das Ass kann oben stehen (nach dem K) oder unten (vor der 2), aber nicht in der Mitte. Eine „Straße" D-K-A-2-3 gibt es nicht.
3. Vierling (four of a kind)
Vier Karten desselben Werts plus eine beliebige fünfte, genannt Kicker. Zum Beispiel K♦ K♥ K♠ K♣ 7♦. Diese Hand kommt sehr selten vor: 1 Hand in 4.165 bei einer reinen Fünf-Karten-Verteilung. An einem langen Abend am Küchentisch ist es normal, keinen einzigen zu sehen; taucht einer auf, wird tagelang davon erzählt.
Wie entschieden wird: Zuerst zählt der Wert der vier gleichen Karten. Ein Vierling Könige schlägt einen Vierling Achten, ohne Diskussion. Haben zwei Spieler denselben Vierling – mit einem normalen Blatt unmöglich, bei Hold'em möglich, wenn die vier gleichwertigen Karten in der Mitte liegen –, entscheidet der Kicker, also die höchste fünfte Karte, die jedem Spieler zur Verfügung steht.
Ein Detail aus dem Jargon: Wenn bei Texas Hold'em deine beiden verdeckten Karten ein Paar bilden und die anderen beiden desselben Werts in der Mitte erscheinen, spricht man umgangssprachlich von einem „versteckten" Vierling (quads). Liegen drei gleichwertige Karten in der Mitte und du hältst die vierte, nennt man ihn meist „offenen" Vierling. An der Rangfolge ändert das nichts; es ist nur für die Erzählung wichtig, weil der zweite für die Gegner leichter zu erkennen ist.
4. Full House
Drei Karten eines Werts und zwei eines anderen. Zum Beispiel D♥ D♦ D♠ 4♣ 4♥. Man sagt „Full House, Damen über Vieren". Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1 Hand in 700 bei einer Fünf-Karten-Verteilung, an einem guten Abend kommt also fast sicher eines vor.
Wie entschieden wird: Hier liegt einer der häufigsten Fehler von Einsteigern. Es zählt zuerst der Drilling, nicht das Paar. Ein Full House „Achten über Zweien" (8-8-8, 2-2) schlägt ein Full House „Siebenen über Assen" (7-7-7, A-A). Asse im Drilling schlagen alles andere, egal welches Paar dabei ist. Nur wenn die Drillinge gleich sind, entscheidet das Paar. Deshalb achten erfahrene Spieler viel mehr darauf, mit welchem Drilling sie ihr Full House bauen, als mit welchem Paar sie es schließen.
Warum es den Flush schlägt: Der Grund ist reine Mathematik. In einem Blatt gibt es 3.744 mögliche Full Houses und 5.108 mögliche Flushes. Weil der Flush häufiger ist, ist er weniger wert. Das ist kontraintuitiv, wenn man sich fünf Karten derselben Farbe vorstellt, die spektakulär aussehen, aber die Zahlen entscheiden.
5. Flush
Fünf Karten derselben Farbe, ohne eine Straße zu bilden. Zum Beispiel 2♣ 5♣ 9♣ B♣ A♣: Kreuz-Flush mit Ass. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1 Hand in 510 bei einer reinen Verteilung. Gelegentlich hört man dafür auch den älteren deutschen Ausdruck Farbe.
Wie entschieden wird: über die höchste Karte jedes Flushes. Ist sie gleich, vergleicht man die zweithöchste; ist auch die gleich, die dritte, und so weiter Karte für Karte. Die Farbe spielt beim Entscheiden nie eine Rolle. Zwei Flushes gleicher Höhe sind gleichwertig und der Pot wird geteilt, auch wenn einer in Pik und der andere in Herz ist.
Der Pik-Mythos: In manchen traditionellen Kartenspielen findet man bis heute Listen mit einer „Farbhierarchie". Beim Poker gibt es die nicht. Die Farben sind austauschbar. Wenn du A♠ K♠ 9♠ 4♠ 2♠ hast und dein Gegner A♥ K♥ 9♥ 4♥ 2♥, steht es unentschieden und ihr teilt den Pot. Dieser Fehler ist so häufig, dass man ihn ruhig zweimal ansprechen darf.
6. Straße (straight)
Fünf aufeinanderfolgende Karten in gemischten Farben. Zum Beispiel 4♠ 5♣ 6♦ 7♣ 8♥. Sie erscheint etwa einmal in 254 Händen bei einer Fünf-Karten-Verteilung. In einer langen Session siehst du mehrere.
Wie entschieden wird: Es gewinnt die Straße, die auf der höchsten Karte endet. Wie beim Straight Flush ist das Rad A-2-3-4-5 die niedrigste Straße (das Ass spielt als 1) und verliert gegen jede andere. Die höchstmögliche Straße (ohne Flush zu sein) ist 10-B-D-K-A, bekannt als Broadway.
Beidseitige und innere Draws: Wenn du 6-7 auf der Hand hast und der Flop 8-9-K bringt, hast du einen beidseitigen Straßendraw (open-ended straight draw): Du kannst sie mit einer 5 oder einer 10 vervollständigen, insgesamt acht Karten helfen dir. Hast du 5-9 und der Flop bringt 6-7-K, hast du einen Bauchschuss (gutshot): Nur eine 8 hilft. Der erste vervollständigt sich vom Flop bis zum River in etwa 32 % der Fälle, der zweite nur in 17 %. Mit diesen Zahlen entscheiden Spieler, ob sich das Bezahlen eines Einsatzes lohnt. Das alles behandeln wir ausführlich in Pot Odds und Poker-Wahrscheinlichkeiten.
7. Drilling (three of a kind)
Drei Karten desselben Werts plus zwei verschiedene Karten. Beispiel: 9♠ 9♥ 9♦ K♣ 4♠. Bei Texas Hold'em gibt es eine wichtige Unterscheidung im Jargon:
- Set: wenn deine beiden verdeckten Karten ein Paar bilden und die dritte in der Mitte erscheint. Das sind versteckte Drillinge: Der Gegner kann sie beim Blick auf die Gemeinschaftskarten nicht ahnen. Sie sind am profitabelsten, weil dein Gegner mit einem hohen Paar zum Board ruhig setzt, ohne zu wissen, dass er der Zweite ist.
- Trips: wenn in der Mitte ein Paar liegt und du die dritte Karte desselben Werts hältst. Das ist ein sichtbarer Drilling: Jeder, der auf die Mitte schaut, kann einen Drilling vermuten und dichtmachen. Er ist genauso viel wert wie das Set, spielt sich aber schlechter, weil der Gegner ihn kommen sieht.
Wie entschieden wird: zuerst über den Wert des Drillings, dann über die Kicker von hoch nach niedrig. Ein Drilling Buben mit A-3 schlägt einen Drilling Buben mit K-D, weil der erste Kicker (Ass gegen König) entscheidet, bevor man den zweiten überhaupt ansieht.
8. Zwei Paare (two pair)
Zwei Paare unterschiedlicher Werte plus eine beliebige fünfte Karte. Beispiel: A♣ A♥ 8♠ 8♦ 3♥. Sie erscheint etwa in 1 von 21 Händen bei einer Fünf-Karten-Verteilung. Bei Texas Hold'em, mit sieben verfügbaren Karten, ist die Wahrscheinlichkeit noch höher.
Wie entschieden wird: Hier hängen Anfänger am häufigsten fest. Die Regel lautet der Reihe nach:
- Es zählt das höhere Paar. Zwei Paare „Asse und Achten" schlagen „Könige und Damen", weil dein höheres Paar – die Asse – höher ist als seines – die Könige. Dass das zweite Paar des Gegners hoch ist, spielt keine Rolle.
- Sind die höheren Paare gleich, zählt das zweite Paar. „Asse und Achten" schlägt „Asse und Siebenen".
- Stimmen beide Paare überein, entscheidet der Kicker (die fünfte Karte).
Vorsicht bei der Mitte: Bei Texas Hold'em liegen die beiden höchsten Paare sehr oft in den Gemeinschaftskarten. Dann „haben" alle verbliebenen Spieler diese zwei Paare, und was die Hand entscheidet, ist der Kicker, den jeder mitbringt. Deshalb ist A-K viel profitabler als K-7, wenn in der Mitte ein Königspaar erscheint: Deine zweite Karte – das Ass – schlägt die 7 des Gegners.
9. Ein Paar (one pair)
Zwei Karten desselben Werts und drei verschiedene. Beispiel: B♦ B♣ 9♠ 6♥ 2♣. Diese Hand erscheint in etwas mehr als 42 % der ausgeteilten Hände: praktisch jede zweite. An einem Texas-Hold'em-Tisch gewinnt ein Paar am Ende deutlich mehr Hände, als man denkt, weil die meisten Gegner mit nichts Besserem zum Showdown kommen.
Wie entschieden wird: der Reihe nach über den Wert des Paares, dann den ersten Kicker, dann den zweiten, dann den dritten. Bei Texas Hold'em ist es sehr üblich, dass zwei Spieler dasselbe Paar mit einer Karte aus der Mitte halten; dann entscheidet der Kicker, und genau deshalb zählt die Stärke deiner zweiten verdeckten Karte so viel.
Ein typisches Beispiel: In der Mitte liegt K♠ 8♦ 4♣ 2♥ D♥. Spieler A hat K♦ D♦ (Königspaar mit Damen-Kicker, tatsächlich sogar zwei Paare mit den Damen aus der Mitte). Spieler B hat K♣ 7♣ (Königspaar mit Kicker 7). A gewinnt mit zwei Paaren; hätte B aber K♣ 5♣, hätten beide ein Königspaar und der Kicker von A (Dame) würde den von B (5) schlagen. Der Kicker ist kein Detail, er ist ein zentraler Teil der Bewertung.
10. High Card
Wenn du nicht einmal ein Paar hast, ist deine Hand so viel wert wie deine höchste Karte. Beispiel: A♦ B♥ 9♠ 6♣ 3♦, gelesen als „Ass hoch mit Bube". Sie erscheint in etwa der Hälfte aller ausgeteilten Hände, gewinnt aber in einer Runde mit mehreren Spielern selten: Wer nur mit High Card zum Showdown kommt, verliert normalerweise.
Wie entschieden wird: Karte für Karte von hoch nach niedrig. Die erste Karte, in der sich die beiden Spieler unterscheiden, entscheidet. Sind alle fünf Karten bei beiden Spielern gleichwertig – bei Texas Hold'em möglich, wenn beide die fünf Gemeinschaftskarten nutzen –, wird der Pot geteilt. Die Farbe bricht den Gleichstand nicht.
Die schwächstmögliche Hand: Im Standard-Poker ist die schlechteste Hand 2-3-4-5-7 in gemischten Farben. Sie bildet keine Straße (es fehlt eine 6) und keinen Flush (die Farben sind gemischt). Sie ist so schwach, dass sie zur Ikone geworden ist: Mit 7-2 offsuit zu spielen gilt als amüsanter Insider und als Art, „mit der schlechtesten Hand überhaupt zu bluffen" – eben weil sie absolut nichts wert ist.
Die exakten Wahrscheinlichkeiten in einer Tabelle
Das sind die Wahrscheinlichkeiten, jede Hand direkt in einer reinen Fünf-Karten-Hand zu erhalten, nach den üblichen kombinatorischen Abzählungen. Wir stellen sie hierhin, weil sie mathematisch erklären, warum die Rangfolge genau so aussieht, wie sie aussieht: Niemand hat willkürlich entschieden, dass Full House den Flush schlägt; es gibt schlicht weniger Full Houses als Flushes im Blatt.
| Hand | Kombinationen | Wahrscheinlichkeit | Einmal in |
|---|---|---|---|
| Royal Flush | 4 | 0,000154 % | 649.740 Händen |
| Straight Flush | 36 | 0,00139 % | 72.193 Händen |
| Vierling | 624 | 0,0240 % | 4.165 Händen |
| Full House | 3.744 | 0,144 % | 694 Händen |
| Flush | 5.108 | 0,197 % | 509 Händen |
| Straße | 10.200 | 0,392 % | 255 Händen |
| Drilling | 54.912 | 2,11 % | 47 Händen |
| Zwei Paare | 123.552 | 4,75 % | 21 Händen |
| Ein Paar | 1.098.240 | 42,26 % | 2,4 Händen |
| High Card | 1.302.540 | 50,12 % | 2 Händen |
Die Summe ergibt 2.598.960 mögliche Hände, also genau die Anzahl der Fünf-Karten-Kombinationen, die sich aus einem Blatt mit 52 Karten bilden lassen. Es gibt keine Fehlerspanne und keine versteckten Rundungen: reine Kombinatorik. Als Faustregel: In drei von vier Händen (75 %) bekommst du High Card oder ein Paar, und nur in einer von vier hast du etwas Besseres.
Wie sich die Wahrscheinlichkeiten bei Texas Hold'em ändern
Bei Texas Hold'em baut jeder Spieler seine endgültige Hand aus sieben verfügbaren Karten: seinen zwei verdeckten plus den fünf Gemeinschaftskarten. Weil mehr Karten im Spiel sind, steigen die Wahrscheinlichkeiten für jede Hand gegenüber der reinen Fünf-Karten-Verteilung. Zum Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit, die Hand mit mindestens einem Paar zu beenden, bei etwa 75 %, die für zwei Paare oder besser bei rund 25 % und die für einen Drilling oder besser bei etwa 5 %. Aber die Rangfolge ändert sich nicht. Ein Full House schlägt weiterhin einen Flush, und ein Drilling schlägt weiterhin zwei Paare. Die Rangfolge gilt universell für alle High-Poker-Varianten.
Bei Varianten mit mehr ausgeteilten Karten (Omaha gibt vier verdeckte Karten pro Spieler, mit der Zusatzregel, dass du genau zwei davon nutzen musst) ändern sich die Wahrscheinlichkeiten erneut. Bestimmte Draws werden leichter und starke Hände tauchen häufiger auf. Die Rangfolge bleibt aber erhalten. Wenn dich interessiert, wie eine Hand bei Omaha bewertet wird, erklären wir es in den Poker-Varianten.
Ein Beispiel für den direkten Vergleich zweier Hände
Damit du siehst, wie die Rangfolge in der Praxis greift, ein typisches Texas-Hold'em-Beispiel. Die fünf Gemeinschaftskarten sind: K♣ 8♣ 8♥ 4♦ 2♠.
- Spieler A: hat K♥ D♥. Seine beste Fünf-Karten-Hand ist K-K-8-8-D. Zwei Paare, Könige und Achten, Kicker Dame.
- Spieler B: hat 8♠ 7♣. Seine beste Fünf-Karten-Hand ist 8-8-8-K-7. Drilling Achten mit Kicker König.
Spieler B gewinnt, weil ein Drilling zwei Paare schlägt, auch wenn diese zwei Paare Könige enthalten. Dass A den König auf der Hand hat, zählt nicht: Der Drilling steht über jedem Doppelpaar, Punkt. Dieses Beispiel erinnert gut daran, dass „den König haben" für sich genommen keine Hand ist. Was zählt, ist die vollständige Kombination.
Noch ein Beispiel mit derselben Mitte K♣ 8♣ 8♥ 4♦ 2♠, diesmal um den Kicker in Aktion zu sehen.
- Spieler A: A♣ K♦. Beste Hand: K-K-8-8-A. Zwei Paare Könige und Achten, Kicker Ass.
- Spieler B: K♥ B♣. Beste Hand: K-K-8-8-B. Zwei Paare Könige und Achten, Kicker Bube.
Beide haben dasselbe Doppelpaar (Könige und Achten). Entschieden wird über den Kicker: Ass schlägt Bube, also gewinnt A. Hier sieht man, warum es sich bei Texas Hold'em auszahlt, Hände mit gutem Kicker zu spielen (A-K, K-D): Wenn der König in der Mitte paart, entscheidet deine zweite Karte viele Pots.
Ein drittes Beispiel, diesmal um zu sehen, wann der Pot geteilt wird. Mitte: A♥ K♦ D♣ B♠ 10♥. Das ist eine komplette Straße vom Ass bis zur Zehn.
- Spieler A: 2♣ 3♠. Bestmögliche Hand: A-K-D-B-10, die Straße aus der Mitte.
- Spieler B: 7♦ 8♦. Bestmögliche Hand: A-K-D-B-10, genau dieselbe.
Beide nutzen die fünf Gemeinschaftskarten und keine eigene. Sie sind gleichauf und teilen den Pot. Die Farben brechen den Gleichstand nicht. Eine seltene, aber völlig normale Situation, die in Heimrunden immer wieder vorkommt.
Der Kicker: die Karte, die mehr Pots entscheidet, als du denkst
Er verdient einen eigenen Abschnitt, weil er das Konzept ist, das Einsteiger am meisten verwirrt, und das bei Texas Hold'em die meisten Pots entscheidet. Ein Kicker ist eine Karte, die nicht direkt zur Hauptkombination gehört, aber zum Entscheiden dient, wenn zwei Spieler Hände desselben Typs und Werts halten. Er taucht an vier Stellen auf:
- Beim Vierling: Wenn zwei Spieler dieselben vier gleichen Karten haben (nur möglich, wenn sie in der Mitte liegen), entscheidet die fünfte Karte.
- Beim Drilling: Wenn zwei Spieler denselben Drilling haben, entscheiden die beiden Kicker von hoch nach niedrig.
- Bei zwei Paaren: Wenn zwei Spieler dieselben zwei Paare haben, entscheidet die fünfte Karte.
- Beim Paar: Wenn zwei Spieler dasselbe Paar haben, entscheiden die drei Kicker von hoch nach niedrig.
- Bei der High Card: Hier zählen ausschließlich die hohen Karten, verglichen von hoch nach niedrig.
Der häufigste Fall bei Hold'em ist dieser: In der Mitte liegt ein Paar oder eine hohe Karte, die beide Spieler mit ihren verdeckten Karten paaren. Beide haben „ein Paar X mit dem Board". Dann ist deine zweite verdeckte Karte dein Kicker, und dieser Kicker entscheidet den Pot. Deshalb achten Spieler, die Poker studieren, sehr auf Hände wie A-D, A-B, K-D: Sie haben nicht nur hohe Karten, sondern bringen auch einen guten Kicker mit, wenn eine hohe Karte in der Mitte paart.
Fünf sehr häufige Fehler beim Bewerten von Händen
1. Glauben, die Farbe entscheide zwischen Flushes
Tut sie nicht. Zwei Flushes gleicher Höhe sind gleichwertig und teilen den Pot. Ein sehr häufiger Anfängerfehler, vor allem weil es in anderen Kartenspielen (Bridge, Hearts, Skat) sehr wohl eine Farbhierarchie gibt.
2. Denken, das Ass gehe nur nach oben
Das Ass kann die niedrige Straße A-2-3-4-5 bilden, das sogenannte Rad, mit dem Wert 1. Aber es kann nicht in der Mitte stehen: Die „Straße" D-K-A-2-3 gibt es nicht. Es hat nur zwei Verwendungen: oben (über dem König) oder unten (unter der 2).
3. Die Reihenfolge beim Full House vertauschen
Es zählt der Drilling, nicht das Paar. Fast alle Anfänger drehen das am Anfang um, vermutlich weil das Paar zuletzt genannt wird und den Eindruck erweckt, es schließe die Hand ab. Zur Erinnerung: Der Drilling wiegt schwerer, weil er seltener ist (du paarst drei Karten statt zwei).
4. Den Kicker vergessen
Wenn das Wesentliche gleich ist, entscheidet die nächsthöhere Karte. Bei Texas Hold'em ist A-K besser als A-7, nicht weil das Ass ein anderes wäre, sondern weil dein König gegen seine Sieben gewinnt, wenn ihr beide ein Assenpaar trefft, und du den Pot einstreichst. Wenn dich das Kicker-Problem das erste Mal trifft, verstehst du es für den Rest deines Spielerlebens.
5. „Set" und „Trips" verwechseln
Das ist kein Bewertungsfehler, aber ein Kommunikationsfehler. Ein Set (dein Paar + eine in der Mitte) und ein Trips (eine von dir + ein Paar in der Mitte) sind gleich viel wert, spielen sich aber sehr unterschiedlich, weil das zweite sichtbar ist und das erste nicht. Erfahrene Spieler sprechen über das Set mit besonderer Zuneigung, weil es die verlässlichste Art ist, bei Texas Hold'em einen Drilling zu treffen, ohne dass der Gegner ihn kommen sieht.
Ein Sonderfall: wenn zwei Hände identisch sind
Ab und zu kommen zwei Spieler mit exakt derselben Fünf-Karten-Hand zum Showdown – nicht nur vom selben Typ, sondern haargenau derselben Kombination. Das passiert vor allem, wenn beide die fünf Gemeinschaftskarten nutzen. In diesem Fall wird der Pot zu gleichen Teilen geteilt. Geht die Teilung in Chips nicht auf (ein Pot von 41 Chips lässt sich zum Beispiel nicht in zwei gleiche Hälften teilen), geht der „verwaiste" Chip in professionellen Kartenräumen an den Spieler links neben dem Button. In Heimrunden entscheidet meist die gemeinsame Absprache oder sogar das Los.
Ein perfekter Gleichstand bei mehreren Händen ist häufiger, als man denkt: zwei Spieler mit identischem Doppelpaar (Kicker inklusive), zwei Spieler mit derselben Straße, zwei Spieler mit demselben Paar und denselben drei Kickern. Das sind Situationen, in denen der Zufall selbst sagt, dass keiner von beiden den Pot allein verdient hatte.
Varianten mit „Low": wenn die schlechteste Hand gewinnt
Alles, was wir in diesem Artikel gesehen haben, gilt für High-Poker, wo die höchste Hand gewinnt. Es gibt Varianten, in denen das Gegenteil gilt: Da gewinnt die niedrigste Hand. Das sind die Lowball-Varianten (Razz, California Lowball, 2-7 Triple Draw) und die Hi-Lo-Split-Formate (Omaha Hi-Lo, Stud Hi-Lo, wo der Pot zwischen der besten hohen und der besten niedrigen Hand geteilt wird).
In diesen Varianten gelten eigene Regeln dazu, ob Straßen und Flushes für die niedrige Hand zählen oder nicht. Im Ace-to-Five Lowball zum Beispiel zählen Asse niedrig, Straßen und Flushes zählen nicht, und die bestmögliche Hand ist A-2-3-4-5 (das „Rad"). Im Deuce-to-Seven Lowball zählen Asse hoch, Straßen und Flushes zählen sehr wohl (zu deinem Nachteil, weil du die niedrige Hand suchst), und die bestmögliche Hand ist 2-3-4-5-7 ohne Flush zu sein. Beim ersten Lesen wirken diese Regeln kontraintuitiv; wir erklären sie sorgfältig in den Poker-Varianten, zusammen mit Omaha, Stud und anderen.
Wie jede Hand auf Deutsch (und Englisch) heißt
Poker hat sich im deutschsprachigen Raum mit einer Mischung aus deutschen Namen, englischen Lehnwörtern und regionalen Varianten verbreitet. Das sind die gängigsten Entsprechungen, nützlich beim Online-Spiel, beim Fernsehen oder im Gespräch mit Spielern aus anderen Ländern:
- Royal Flush = royal flush
- Straight Flush = straight flush
- Vierling (oder Poker) = four of a kind, quads
- Full House (oder „X über Y") = full house, boat
- Flush (oder Farbe) = flush
- Straße = straight
- Drilling (oder Set beim Hold'em, wenn er versteckt ist) = three of a kind, set, trips
- Zwei Paare = two pair
- Ein Paar = one pair
- High Card (oder höchste Karte) = high card
Das restliche Vokabular am Tisch (All-in, Check-Raise, Blinds, Dealer, Kicker, Outs...) findest du gesammelt im Glossar der Poker-Begriffe.
Häufige Fragen
Welche ist die höchste Hand beim Poker?
Der Royal Flush: 10-B-D-K-A derselben Farbe. Er erscheint etwa einmal in 650.000 ausgeteilten Händen. Haben ihn zwei Spieler in derselben Hand (was bei Texas Hold'em nur passieren kann, wenn die fünf Karten komplett in der Mitte liegen), teilen sie den Pot: Es gibt keine Farbhierarchie, die den Gleichstand bricht.
Schlägt eine Straße einen Flush?
Nein. Der Flush (fünf Karten derselben Farbe) schlägt die Straße (fünf aufeinanderfolgende in gemischten Farben). Der Grund ist wahrscheinlichkeitstheoretisch: Es gibt mehr mögliche Straßen (10.200) als Flushes (5.108), also kommt die Straße öfter vor und ist weniger wert. Ein klassischer Anfängerfehler, vor allem weil eine Straße optisch „schwieriger" aussieht.
Schlägt ein Full House einen Flush?
Ja. Das Full House schlägt den Flush. Auch hier irren sich viele am Anfang. Das Full House kommt etwa einmal in 700 Händen, der Flush einmal in 500: seltener = mehr wert. Die Regel gilt ausnahmslos in allen High-Poker-Varianten.
Was passiert, wenn zwei Spieler exakt dieselbe Hand haben?
Der Pot wird zu gleichen Teilen geteilt. Geht die Teilung nicht in ganzen Chips auf, bekommt in professionellen Runden der Spieler links neben dem Dealer-Button den „verwaisten" Chip. In Heimrunden hängt es vom Hausbrauch ab, am häufigsten wird er ausgelost oder bleibt im Pot der nächsten Hand.
Zählt das Ass als 1 oder als 14?
Das hängt von der Hand ab. Steht es oben (in der Straße 10-B-D-K-A oder als höchste Karte eines Flushes, zum Beispiel), zählt es als höchste Karte des Blatts. Steht es unten (im Rad A-2-3-4-5), zählt es als 1. In der Mitte kann es aber nicht stehen: Die „Straße" K-A-2-3-4 gibt es im Standard-Poker nicht.
Zählt die Farbe überhaupt für irgendetwas?
Nur zum Bilden von Flush, Straight Flush oder Royal Flush (den drei Händen, die dieselbe Farbe verlangen). Steht die Hand einmal, werden die Farben im Standard-Poker nicht miteinander verglichen. Das ist anders als beim Bridge oder bei Stichspielen, wo die Farben sehr wohl eine Hierarchie haben. Beim Poker sind alle Farben gleich.
Warum gewinnt ein Paar so viele Hände, wenn es schwach wirkt?
Weil an einem Tisch mit mehreren Spielern die meisten mit sehr wenig zum Showdown kommen. Das Paar ist die Hand, die du in etwa 42 % der ausgeteilten Fünf-Karten-Hände siehst, und bei Texas Hold'em, wo du mit sieben Karten baust, kommt es noch öfter vor. Ein hohes Paar mit gutem Kicker kann die Mehrheit der kleinen und mittleren Pots durchaus gewinnen, besonders wenn deine Gegner die Textur des Flops schlecht lesen.
Was ist ein „Kicker" genau?
Es ist eine Karte, die nicht zur Hauptkombination gehört (Paar, Drilling, zwei Paare), aber zum Entscheiden dient, wenn zwei Spieler Hände desselben Typs und Werts halten. Bei einem Paar sind die drei Kicker die übrigen drei Karten deiner Hand. Bei einem Drilling sind es die zwei restlichen Karten. Bei einem Vierling ist es die fünfte Karte. Wenn bei Texas Hold'em zwei Spieler dasselbe mit einer Gemeinschaftskarte gebildete Paar halten, entscheidet der Kicker (meist deine andere verdeckte Karte) den Pot.
Kann man eine Straße mit dem Ass in der Mitte haben?
Nein. Beim Poker steht das Ass entweder oben (über dem König, in der Straße 10-B-D-K-A) oder unten (unter der 2, in der Straße A-2-3-4-5). Jede „Straße" nach dem Muster D-K-A-2-3 ist im Standard-Poker keine Straße, sondern schlicht eine High Card.
Was ist ein Straight Flush „nach oben" und „nach unten"?
Der höchste Straight Flush, der kein Royal Flush ist, ist 9-10-B-D-K derselben Farbe. Der niedrigste Straight Flush ist A-2-3-4-5 derselben Farbe, also das Rad in einer Farbe. Haben zwei Spieler in derselben Hand einen Straight Flush, gewinnt der, der auf der höchsten Karte endet: Der 9-K würde also den 8-D und den A-5 schlagen.
Für die Praxis
Die Rangfolge im Kopf zu haben macht dich nicht zum guten Spieler, aber sie nicht zu kennen hindert dich daran, ernsthaft zu spielen. Es ist das Erste, was du in jeder Hand brauchst, also lohnt es sich, es automatisch abrufen zu können. Am natürlichsten ist es, sie als Einsteiger während der ersten Spielabende im Kopf durchzugehen. Nach zwei, drei Sessions kommt sie von allein. Und falls du noch gar nicht angefangen hast zu spielen: Die Grundregeln von Texas Hold'em – wie ausgeteilt wird, wie gesetzt wird, wie man zum Showdown kommt – findest du in wie man Texas Hold'em Poker spielt.
Für einen ordentlichen Abend braucht es ein Blatt, das sich beim Austeilen gut anfühlt und viele Hände übersteht, ohne Zeichen zu bekommen. Bicycle, Tally-Ho und Bee sind die drei klassischen Spielreferenzen, und alle gehen durch unsere Hände, bevor sie in den Katalog kommen. Wirf einen Blick auf die Pokerkarten und, falls du verstehen willst, warum ein Blatt stundenlang durchhält und ein anderes nicht, steht die Erklärung im kompletten Ratgeber zum Pokerblatt. Für den allgemeinen Überblick über alle Spielkarten, mit den großen Familien und den regionalen Varianten, gibt es die vollständige Übersicht.
Wenn dir die Rangfolge problemlos eingegangen ist, du aber weiterlernen willst, hast du zwei naheliegende Wege. Der eine führt ins mathematische Gelände der Pot Odds und Poker-Wahrscheinlichkeiten, wo das Spiel interessanter wird, sobald du die Zahlen von innen siehst. Der andere ist ein Blick auf die Poker-Varianten, um zu entdecken, dass Hold'em nur eine unter vielen ist – mit Omaha, Stud und den Lowball-Formaten, die auf dich warten, falls dich die Neugier packt.
Pokerkarten
Gemini Casino Phthalo Grün – Spielkarten
One Piece – Robin – Spielkarten
One Piece – Chopper – Spielkarten
Tally-Ho Autumn Circle Back – Spielkarten
Tally-Ho Gaff – Spielkarten
Tally-Ho Fan White Rose – Spielkarten
Bicycle Elton John – Spielkarten
Bicycle Disney Villains Grün – Spielkarten
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